Verdunkelungsrollo oder Verdunkelungsvorhang: was dunkelt besser ab?
Rollo oder Vorhang fürs Tagschlaf-Zimmer? Beide haben eine Schwachstelle. Der ehrliche Vergleich, und warum die Kombi meistens gewinnt.
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Wer nach der Nachtschicht schläft, steht früher oder später vor dieser Frage: Rollo oder Vorhang? Beide werden als „Verdunkelung” verkauft, beide versprechen Dunkelheit, und beide haben jeweils eine typische Schwachstelle, die vorher kaum jemand erwähnt. Hier der Vergleich anhand der Dinge, die beim Tagschlaf wirklich zählen.
Wo das Licht durchkommt
Bei Verdunkelung entscheidet nicht die Fläche, sondern der Rand. Ein Stoff, der kein Licht durchlässt, ist heute Standard. Schwierig wird es dort, wo der Stoff aufhört und das Fenster weitergeht.
Das Rollo deckt die Glasfläche sauber und faltenfrei ab. Seine Schwäche ist zuverlässig: An den Seiten bleibt ein Spalt zwischen Stoff und Rahmen, und über diese Ritze läuft am Vormittag ein heller Streifen ins Zimmer. Bei einem Klemmrollo, das im Fensterflügel sitzt, ist der Spalt kleiner, aber selten ganz weg.
Der Vorhang hat das umgekehrte Profil. Weil er breiter als das Fenster ist und in Falten fällt, schließt er die Seiten viel besser. Dafür sitzt seine Schwäche oben: über der Stange und dort, wo die Bahnen sich in der Mitte treffen, kann Licht durchblitzen. Vor allem, wenn er zu schmal gekauft wurde und straff hängt, statt zu überlappen.
Die vier Punkte, an denen es sich entscheidet
Bei der Abdunklung an den Rändern gewinnt der Vorhang, solange er großzügig breit ist. Das Rollo braucht an den Seiten fast immer Hilfe.
Bei der Montage in der Mietwohnung herrscht Gleichstand, wenn man es richtig macht. Klemmrollos lassen sich bohrfrei in den Fensterflügel einklemmen, Vorhänge hängt man an eine Teleskop-Klemmstange in der Nische. Keines hinterlässt Löcher.
Bei Sommerhitze liegt der Vorhang leicht vorn, sofern er thermokaschiert ist. Das Luftpolster zwischen Vorhang und Scheibe bremst die Wärme. Ein Rollo sitzt direkt am Glas und wird selbst warm.
Beim Aufwand im Alltag gewinnt das Rollo. Ein Griff, oben, fertig. Der Vorhang will zugezogen und wieder aufgeschoben werden, und wenn er bodenlang ist, saugt der Staubsauger ihn schon mal an.
Die ehrliche Antwort: nimm beides
Das klingt nach Ausrede, hängt am Ende aber bei den meisten Schichtarbeitern genau so im Zimmer. Rollo für die Fläche, Vorhang für die Ränder, und schon gleicht jedes die Schwäche des anderen aus. Das Rollo macht die große dunkle Fläche, der überbreite Vorhang davor schließt die seitlichen Lichtspalten. Zusammen kommt man auf das, was allein kaum eines der beiden schafft: wirklich dunkel.
Wenn es doch nur eines sein soll
Manchmal will man es einfach halten. Dann kommt es darauf an, wo das Fenster sitzt. Ist die Nische tief genug, um einen Vorhang breit und mit viel Überlappung aufzuhängen, nimm den Vorhang. Er deckt die Ränder besser ab, und die Ränder sind das Problem. Ist die Nische flach oder durch Heizkörper und Möbel verstellt, nimm das Klemmrollo und lebe mit den Seitenstreifen, oder klebe schmale Verdunkelungsleisten an die Laibung.
Für die Nächte, in denen weder das eine noch das andere ganz reicht, oder in denen du auswärts schläfst, bleibt die Schlafmaske. Sie ersetzt kein dunkles Zimmer, ist aber der Rettungsanker, wenn das Zimmer nicht mitspielt.